Fastnacht in Brandenburg

In Brandenburg werden viele alte Bräuche zelebriert, die die Menschen begeistern. Einer davon ist der „Zapust“, das am ausgiebigst gefeierte Fest im südlichen Brandenburg. Tausende Bewohner rund um Cottbus feiern von Mitte Jänner bis Anfang März dieses Fest. Entstanden ist der Brauch aus dem dörflichen Arbeitsleben der Region.

Wenn die jährliche Spinte aufgelöst wurde, vor der Frühjahrsaussaat, holten sich die Jungen die Mädchen zum Zapustvergnügen. Dieser besteht aus dem Zampern und dem Festumzug. Die Feierlichkeiten dauerten oft eine ganze Woche lang. Im Laufe der Zeit hat sich das Fest zu einer Drei-Tages-Veranstaltung entwickelt, die von Jung und Alt gern besucht wird. Ein Ausflug für die ganze Familie!

Das Zampern in Brandenburg

Das Zampern hat seine Wurzeln in vorchristlicher Zeit und soll mit magisch-kultischen Elementen wie Lärm, Maskerade, Ruten und Tanz böse Geister und Gefahren vom Dorf fernhalten. Verschiedene Figuren waren früher in jedem Zamperzug vertreten wie der Bär, der für den Winter steht oder der Storch und der Schimmelreiter als Symbole für den Frühling. Heute zieht die Heischgesellschaft in bunten Kostümen von Hof zu Hof um Speck, Eier und Geld zu sammeln. Zum Dank gibt es Schnaps und Tänze für den Hausherren. Die gesammelten Eier werden später beim „Eieressen“ verspeist.

Der Fastnachtsumzug

Der Festumzug zum Zapust entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und ist heute der Höhepunkt der Fastnacht. Die Männerfastnacht wurde erst 1986 durch das Engagement einiger Frauen wieder ins Leben gerufen.

Die Mädchen tragen die wendische Festtagstracht und werden von den Ankleidefrauen eingekleidet. Werben ist eines der letzten Dörfer in denen man das „Lapa“, die kunstvoll gebundene Haube, der Mädchen bestaunen kann. Nur wenige Frauen besitzen noch die Kenntnis wie diese gebunden werden muss.

Weiters ist es Brauch, dass die Mädchen und Frauen den Männern farbige Sträuße mit Bändchen als Erkennungsmerkmal an den Hut oder ans Revers stecken.

Beim Umzug wird zudem dem ehrenvollsten Bewohner, meist dem Bürgermeister, ein Ehrenbesuch abgestattet und nach dem Ehrentanz hält dieser oft eine Gabe für die Fastnachtkasse bereit. Das Fest klingt mit dem Fastnachtstanz aus, in dem fleißig getanzt wird. Der Zapust endet mit der Männerfastnacht und der letzte Tanzabend ist für die verheirateten Paare reserviert.